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Das kleine Café in Kopenhagen – Julie Caplin

Titel: Das kleine Café in Kopenhagen (Original: The Little Café in Copenhagen)

Autorin: Julie Caplin

Übersetzung (aus dem Englischen): Christiane Steen

Verlag: Rowohlt

Erscheinungsdatum: 18.12.2018

Format: Taschenbuch

Seitenanzahl: 397 Seiten

Es geht nicht darum, woher man kommt, sondern darum, wohin man geht.

Das kleine Café in Kopenhagen

Es regnet, der Himmel ist grau und es ist der perfekte Zeitpunkt, der Welt mit ihrer Ungemütlichkeit zu entfliehen. Bewaffnet mit Kuscheldecke, Tee, leckerem Gebäck -Zimtschnecken- und diesem Buch zielorientiert auf’s Sofa um zu entspannen. Warum gerade mit diesem Roman? Das kleine Café in Kopenhagen bringt Wärme, Witz und ganz viel Hygge mit; erzählt nicht nur eine wortwörtlich süße Romanze, sondern versucht auch zu klären, warum die Dänen die glücklichsten Menschen der Welt sind.

Neben der eigentlichen Story, zu der ich noch komme, greift dieser Roman den Trend Hygge auf und ist teils wirklich sehr informativ, angenehm verpackt dreht sich die Handlung um dieses Thema.                                                                                                                    Die Protagonistin dieses Wohlfühlbuches, Kate, arbeitet in einer bekannten PR-Agentur London’s und seit langer Zeit bereits auf eine Beförderung hin. Sie steht ganz kurz vor der nächsten Stufe, als ihr Arbeitskollege und Liebhaber, Josh, die Beförderung mit einer von ihr geklauten Idee zu einem Projekt vor der Nase wegschnappt. Kurz möchte sie den Kopf in den Sand stecken, aber dann packt sie glücklicherweise der Ehrgeiz und sie will es nun endlich allen zeigen, was in ihr steckt, hat dafür aber gar nicht so viel Zeit und es grenzt an ein unmögliches Unterfangen das nächste Projekt an Land zu ziehen. Lars Wilders, Inhaber vieler Möbelkaufhäuser in Dänemark möchte eine Filiale in London eröffnen und das Lebensgefühl der Dänen, Hygge, nach England bringen. Angespornt es nun allen, vor allem Josh, zu zeigen, holt Kate alles aus sich raus und zieht das Projekt für die Agentur an Land. Sie kann Lars voll von sich überzeugen und soll nun eine fünftägige Pressereise nach Kopenhagen organisieren mit 6 Londoner Journalisten, darunter auch Ben Johnson, ein ‚bissiger Hund‘, der auf Anweisung seines Chef mitfliegt und alles andere als begeistert ist, jedoch gegen Kate’s Charme nicht gänzlich immun ist. Die Reise wird reichlich turbulent und die Horde der Jornalisten gleicht zeitweise einem Haufen Wildtiere, welche es durch Kate zu zähmen gilt und da stößt sie manches Mal an ihre Grenzen. Im Mittelpunkt steht das Café von Eva, der Mutter von Lars. Ein liebevoll eingerichtetes, kleines Schmuckstück, Hygge in Perfektion, nicht nur räumlich, sondern insbesondere durch Eva als Person. Eva strotzt vor positiver Energie, ist ein liebevoller und herzensguter Mensch, Probleme sind für sie Möglichkeiten, Kritik hilfreich um weiter voran zu kommen, ihr Glas ist stehts halbvoll und nie halbleer, sie lebt nach dem Motto, dass man Zeit nie hat, sie sich nimmt. Ihr Café ist keine ‚Coffee to go‘ – Verkaufsstelle, sondern ein Ort zum Verweilen, ein Ort um Kraft zu tanken, zu entschleunigen, mit selbstgebackenen Leckereien und frischem Kaffee.  

Kate bei diesem außergewöhnlichem Trip zu begleiten und mit ihr zu hoffen und zu bangen, den Kaffeeduft, den Duft des Gebäckes und die Herzenswärme von Eva kroch durch die Buchseiten. Die Liebesgeschichte, welche sich im Laufe des Buches entwickelt (Namen werden keine verraten ;-)) dominiert nicht, es gibt viele lustige Dialogen, viel Zeit zu schmunzeln, eine herrliche Leichtigkeit, witzige Missgeschicke, Spannung ob Kate ihre Mission erfüllt, ihr Ziel erreicht und vor allem fühlte ich mich einfach hyggelig beim Lesen.